Agiler Mythos #1: Management ist überflüssig

Drachen

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Mit diesem Blogpost möchte ich eine neue Serie zum Thema agile Mythen beginnen. Heute möchte ich über den Mythos “Management ist in agilen Organisationen überflüssig” sprechen. Dieses Missverständnis entsteht meist aus einer Fehlinterpretation des Begriffs des Selbstorganisation in agilen Teams. Wenn Teams selbstorganisiert sind, brauchen sie ja keinen mehr, der sie führt oder? Dies setzt aber wiederum voraus, das Selbstorganisation von selbst entsteht und das ist leider oft nicht der Fall. Gerade in Organisationen, in denen schon lange nach V-Modell oder anderen Phasenmodellen gearbeitet wurde, stellt sich Selbstorganisation eben nicht von selbst ein. Es reicht nicht einem Team zu sagen. “Ihr mach jetzt Scrum, ab sofort seid ihr ein selbstorganisierendes Team”. Trotzdem wird es noch oft so gehandhabt. Für ein selbstorganisierendes Team braucht es mehr:

  • Man muss eine motivierende Umgebung schaffen. Deshalb ist es wichtig die intrinsischen Wünsche seiner Mitarbeiter zu kennen und wenn möglich zufrieden zu stellen.
  • Vertrauen ist ein weiteres wichtiges Standbein, um Selbstorganisation zu fördern. Man muss seine Mitarbeiter mehr Entscheidungsgewalt geben und ihnen Vertrauen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
  • Ohne klare Ziele und klar abgesteckte Rahmenbedingungen kann Selbstorganisation zu allem möglichen führen. Deshalb ist es wichtig die Rahmenbedingungen und Ziele/Visionen klar vorzugeben.
  • Teams können ihre Ziele nicht erreichen, wenn ihnen die notwendigen Fähigkeiten fehlen. Deshalb ist es wichtig ihnen dabei zu helfen die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln.
  • Viele Organisationen dämpfen Kommunikation anstatt sie zu fördern. Deshalb müssen Strukturen geschaffen werden, welche die Kommunikation in diesen komplexen Systemen fördern.
  • Und zu guter letzt müssen sich die einzelnen Mitarbeiter, die Teams und auch die Organisation ständig weiter verbessern, um möglichst lange am Markt bestehen zu können.

Martie, das Management 3.0 ModellAll diese Dinge sind Aufgaben des Managements, aber keiner sagt dass sie zwingend von Managern gemacht werden müssen. Management ist die Aufgabe jedes einzelnen Mitarbeiters in einer agilen Organisation und je größer die Organisation, umso besser ist es einen dedizierten Manager zu haben, der einem dabei hilft. Aber die Rolle des Managements ist dabei sich zu verändern; vom reinen Steuern hin zum Führen und Unterstützen.

Die oben genannten Punkte basieren übrigens auf Martie, dem Management 3.0 Modell. Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen wollen, können sie sich gern zu einem meiner Kurse anmelden.

One Response to Agiler Mythos #1: Management ist überflüssig

  1. derDoubleD says:

    Eigentlich ist das eine gute Nachricht für all die Manager, die im Zweifel die Einführung agiler Methoden verantworten könnten/müssten und es aus Angst, sie würden sich überflüssig machen, nicht tun.

    Umgekehrt bedeutet aber die Einführung agiler Methoden bis hin zu einer agilen Organisation ein deutliches Umdenken im MGMT was Aufgaben und Arbeitsweisen angeht – eine große Herausforderung vor allem, wenn Teile des MGMTs sich nicht mit dem Thema beschäftigen oder – noch schwieriger – das Thema ablehnen (egal ob offen oder nicht offen ausgesprochen).

    Gerade bei der Einführung agiler Methoden würde ich sagen: “Selbstorganisierte Teams organisieren sich nicht selbst” (http://www.inspectandadapt.de/hilfe-zur-selbstorganisation/)

    Unternehmen brauchen das MGMT für die Unternehmensweite Organisation (idealerweise agil aufgesetzt), das MGMT muss einen Rahmen schaffen, in dem Selbstorganisatino erst möglich wird – eine spannende, herausfordernde und elementar wichtige Aufgabe.

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